Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Da wir als privat niedergelassene Psychotherapeutinnen in freier Praxis arbeiten, kann keine direkte Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenversicherungen erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie als gesetzlich Versicherter allerdings die Übernahme der Kosten für eine Psychotherapie in der Praxis Kacerek oder der Praxis Heckenberg im Kostenerstattungsverfahren bei Ihrer Krankenversicherung beantragen. Da beide Praxen nicht über eine Kassenzulassung verfügen, spricht man auch von außervertraglicher Psychotherapie.

 

Hintergrund hierzu ist, dass die Kassenärztliche Vereinigung im Rahmen ihrer Bedarfsplanung die Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten und -therapeutinnen mit Kassenzulassung begrenzt und darüber hinaus keine weiteren Vertragspsychotherapeuten/innen zulässt. Berlin zählt sogar zu den mit Psychotherapiepraxen überversorgten Landkreisen.

 

Aus der Perspektive vieler Patientinnen und Patienten erscheint die Situation allerdings anders: Es müssen häufig lange Wartezeiten in Kauf genommen werden, um eine Therapie bei einem Kassentherapeuten beginnen zu können.

 

Oftmals sind die Probleme jedoch so akut und drängend, dass hohe Wartezeiten nicht zumutbar sind. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung haben Sie bei Vorliegen einer psychischen Störung, die mit Psychotherapie zu behandeln ist, allerdings einen Anspruch auf zeitnahen Beginn einer Behandlung. Somit greift hier das Prinzip der Kostenerstattung bei „Systemversagen“ nach § 13 Abs. 3 SGB V, der besagt, dass die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung zu erstatten hat, wenn sie eine unaufschiebbare Leistung im Sachleistungsprinzip nicht rechtzeitig erbringen konnte. Sie können demnach eine Kostenzusage für eine Therapie in der Praxis Kacerek oder Praxis Heckenberg bei Ihrer Kasse erhalten, sofern Sie belegen, dass Sie keinen Vertragspsychotherapeuten finden konnten, der Ihnen in zumutbarer Wartezeit (sechs Wochen bis drei Monate) und in annehmbarer Entfernung zu Ihrem Wohnort einen Behandlungsplatz anbietet.

 

Im Ratgeber Kostenerstattung der Bundespsychotherapeutenkammer finden Sie zusätzliche Informationen. Eine weitere Patienteninformation zur Psychotherapie in der Kostenerstattung hat die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung herausgegeben.

 

Wir empfehlen Ihnen sich bei Ihrer Krankenkasse zu erkundigen, wie diese zu einer Psychotherapie im Kostenerstattungsverfahren steht und welche Unterlagen Sie dafür benötigen.

 

Nach unserer Erfahrung der letzten Jahre ist es schwieriger geworden, dass die Kosten einer solchen außervertraglichen Psychotherapie von den Kassen übernommen werden.

 

Was Sie unserer Erfahrung nach unbedingt im Vorfeld benötigen, um einen Antrag auf Kostenerstattung stellen zu können:

1. Nachweis über Ihre gescheiterten Bemühungen, einen Therapieplatz bei einem kassenzugelassenen Psychotherapeuten zu bekommen.

2. Nachweis über den Besuch einer sog. Psychotherapeutischen Sprechstunde bei einem zugelassenen Psychotherapeuten, der Ihnen auf einem Formular bestätigt, dass Sie dringend eine psychotherapeutische Behandlung benötigen. 

3. Ggfs. lassen Sie sich von Ihrem/r behandelnden Arzt/Ärztin ebenfalls eine Dringlichkeitsbescheinigung sowie einen sog. Konsiliarbericht ausfüllen.

 

Gerne informieren wir Sie ausführlicher darüber, wie Sie am besten vorgehen, um eine Übernahme der Kosten durch Ihre gesetzliche Krankenversicherung zu erwirken. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin.